Arjuna

Die Rinde des Arjuna Baums ist eine in der Ayurveda oft eingesetzte kardiovaskuläre Medizin. Sie wird insbesondere bei kongestiver Herzschwäche und hohem Blutdruck als hilfreich beschrieben.

Familie

Arjuna ist ein Baum aus der Familie der Flügelsamengewächse oder Langfadengewächse (Combretacea).

Klassische Bezeichnungen

Dhavala, Dhananjaya, Kaakubha, Kakubha, Aartagala, Indravriksha, Indradru, Nadisarja, Partha, Paartha, Veeravriksha, Virataru, Viravriksha.

Landestypische Bezeichnungen

  • Eng. – Arjun
  • Deu. – Arjuna, Myrobalanenbaum
  • Hindi – Arjun, Kahu, Kahua, Arjan, Khawa, Anjani, Jamla
  • Malayalam – Nirmarutu, Venmarutu, Affumarutu
  • Marathi -Asun, Arjuna, Anjan, Sadura
  • Tamil – Attumarutu, Irmarutu, Vellaimarutu, Marutu, Vellai maruda, Vella matti

Botanische Beschreibung

Arjuna ist ein großer immergrüner Baum mit glatter, außen grauer und innen fleischfarbener Rinde.

Verbreitung

Der Arjuna ist in weiten Teilen Indiens heimisch. Man findet ihn insbesondere in der Nähe von Flüssen in den Regionen Chota Nagpur, Westbengalen, Punjab, Konkan und Orissa.

Verwendete Teile

Von Arjuna wird in der Ayurveda die Rinde für Heilzwecke verwendet. Vereinzelt wird auch eine Verwendung eines aus Arjuna-Blättern gewonnenen Saftes gegen Ohrenschmerzen beschrieben.

Arjuna Indikationen und Wirkungen

Die Rinde des Arjuna ist adstringierend, kühlend, aphrodisierend, lindernd, kardiotonisch (herzstärkend), blutstillend, schleimlösend, Infektionen vorbeugend, steinlösend und allgemein stärkend.

In der Ayurveda wird die RInde als hilfreich bei Herzbeschwerden, Anämie (Blutarmut), Diabetes, Angina, Geschwüren, Asthma, Bronchitis, Husten, Tumoren, Otalgie (Ohrenschmerzen), übermäßigen Schwitzen, Müdigkeit, Ruhr, Entzündung, Hauterkrankungen wie Sommersprossen (extern), Leukodermie (Pigmentverlust der Haut – Arjuna wird extern verwendet), Wunden (extern), Hämorrhoiden, blutigem Durchfall, Leberzirrhose (Arjuna entwässert), Bluthochdruck, Herpes (extern), Leukorrhö (dicker weißgelber Ausfluss aus der Scheide), Spermatorrhö (Ausfluss von Samenflüssigkeit aus der Harnröhre ohne eine sexuelle Erregung), Polyurie (krankhaft erhöhte Urinausscheidung) und Urethrorrhö (wollusttropfen) beschrieben.

Aufgrund jüngster Studien, wird Arjuna nicht mehr, wie ursprünglich angenommen, als herzstärkend sondern als herzschützend eingestuft.

Dosierung in der Ayurveda

Saft aus der Rinde: 10 -20 ml

Rindenpulver: 3 – 6 g

Dekokt aus der Rinde: 50 – 100 ml mit 5 – 10 g Rindenpulver und Milch oder Wasser

Doshas

Arjuna reduziert Kapha und Pitta.

Chemische Bestandteile

Polyole, Aminosäuren, Gallusgerbsäure, Arjunglukosid III, Hentriacontan, Myristil Oleat, Arachinsäure, Cerasidin, Hentriacontan, Mannitol, ß-Sitosterol, Friedelin, Ellagsäure, Gallussäure, Saponin, Arjunetin,Oleansäure, Leukocyanidin, Leukodelphinidin.

Pharmakologische Eigenschaften

Für Arjuna wurde eine herzschützende, antianginale, entkrampfende, wehenauslösende, fortpflanzungshemmende, zytotoxische, antimykotische, antibakterielle leberschützende Wirkung nachgewiesen.

Toxikologie

Die mittlere letale Dosis (LD50) eines Arjunarinden-Extrakts (Wasser) lag in Versuchen bei 250 mg/kg. Arjunawird als Wehenmittel eingesetzt. Von eine Verwendung in der Schwangerschaft ist daher abzuraten.

Studien

Herzfunktionsstörungen

Verschiedenste Studien belegen eine Wirkung von Arjunarinde bei Herzfunktionsstörungen. Dabei zeigt sich, dass ein Dekokt aus Terminalia arjuna Rindenpulver sehr wirkunksvoll bei Herzfunktionsstörungen mit einhergehendem Bluthochdruck ist. Weniger wirkungsvoll zeigt sich Arjuna bei durch Verstopfung ausgelöste Herzfehler.

Ein alkoholischer Extrakt aus Arjuna Pulver zeigte sich vorteilhaft zur Stabilisierung einer ischämischen Herzerkrankung.

Angina Pectoris

In einer Studie verabreichte man 30 Patienten mit Angina Pectoris täglich 500 mg Terminalia arjuna Rindenpulver. Arjuna linderte bereits nach kurzer Zeit die mit der Erkrankung einhergehenden Schmerzen. Nebenbei veränderte die Gabe verschiedene Risikofaktoren zum positiven, wie Senkung des Blutdrucks, Besserung bestehender Adipositas, Senkung des Blutzuckerspiegels und eine verbesserte Zirkulation der Katecholamine.

Bluthochdruck

In einer Studie verabreichte man Patienten mit Bluthochdruck eine Mischung aus Arjuna, Emblica officinalis, Ocimum sanctum und Withania somnifera. In der Studie senkte sich nicht nur der Blutdruck der Patienten. Es wurde auch eine signifikante Reduzierung des Body mass indexes verzeichnet. Darüber hinaus zeigte sich eine Senkung des LDL Cholesterols, der Triglycerideund und eine Anhebung des HDL Cholesterols.

Rezepturen

  • Arjuna ghrita
  • Laksha guggulu
  • Arjunarishta
  • Arjunadisiddha kshira
  • Kakubhadi churna
  • Kakubhadi kshira

Ersatzstoff und Fälschungsmittel

Lagerstroemia speciosa und Termialia alata werden als Fälschungsmittel für Terminalia arjuna verwendet.

Vermehrung und Kultivierung

Arjuna wächst bevorzugt auf fruchtbaren, lehmigen Boden mit guter Drainage. Die Vermehrung erfolgt über Samen.

Bezugsquellen

Arjuna Bäumchen sind in Deutschland nur schwer zu bekommen.

Pulver und Kapseln mit Arjuna Extrakt gibt es im Handel zu kaufen.

Ein Gedanke zu „Arjuna

  1. Kerstin Mähl

    Danke für die sehr wissenswerten Infos!
    Ich lese gerade das Buch:
    Tibetische Medizin von Gerti Samel
    Liebe Grüsse!

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