Amalaki – Phyllanthus emblica – Amla

Amalaki verringert alle drei Doshas, Vata, Pitta und Kapha. Es ist ein ausgezeichnetes Stärkungsmittel und wird in der Ayurveda oft als Rasayana genutzt. In der Ayurveda heißt es, dass eine regelmäßige Einnahme von Amalaki zu einem Alter von 120 Jahren führt. Begleiterscheinungen des Alters, wie Vergeßlichkeit, Verwirrtheit oder körperliche Beschwerden werden durch Amalaki gemildert.

Synonyme

Emblica officinalis

Familie

Amalaki – Phyllanthus emblica – ist ein Baum aus der Familie der Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse).

Klassische Bezeichnungen

Amalaki, Vayasya, Vayastha , Vrishya, Dhatriphala, Dhatrika, Amritaphala, Amalaka, Amalakah, Sriphalah, Sivah, Tishyaphalla.

Landestypische Bezeichnungen

  • Eng. – Emblic myrobalan, Indian gooseberry, Amla
  • Deu. – Amlabaum, Myrobalanenbaum, Myrobalan, Indische Stachelbeere, Amalaki
  • Hindi – Amla, Amlaki, Amalak, Amvala, Aonla
  • Malayalam – Nellimaram, Nellikka, Boa-malacca
  • Marathi – Avala
  • Tamil -Nelli, Nelli-kai,Toppi
  • Arabisch – Amlaj

Botanische Beschreibung

Amalaki bzw. Amla ist ein sehr schöner, mittelgroßer, laubabwerfender Baum mit einem glatten, gefleckten gräulichen Stamm. Die Blätter sehen gefiedert aus. Sie sind schmal, geradlinig, abgestumpft, zweizeilig.

Die Blüten sind grün-gelb und sitzen in Büscheln an den Blätter tragenden Zweigen, meist an der unteren nicht mit Blättern bewachsenen Seite.

Die Früchte des Amalaki sind blaß-gelb, mit vereinzelten dunklen Flecken, kugelförmig, fleischig mit einer dunklen, vertikalen Furche. Der Geschmack der Früchte ist sauer und adstringierend, gefolgt von einem feinen süßen Geschmack.

Verbreitung

Amalaki ist im tropischen und subtropischen Teil Indiens heimisch. Insbesondere in trockenen, sommergrünen Wäldern, bis zu einer Höhe von 1400 Metern. Besonders oft findet man Amalaki in Bihar, Chota Nagpur, Orissa, West Bengalen und Karnataka.

Verwendete Teile

Von Amalaki (Amla) werden Rinde, Wurzelrinde, Blätter, Früchte und Samen verwendet.

Amalaki Indikationen und Wirkungen

Wurzelrinde

Die Wurzelrinde von Amalaki ist adstringierend. Sie ist hilfreich bei eiternder Mundhölenentzündung (Stomatitis) und Magengeschwüren.

Rinde

Die Rinde des Amalakibaums ist ebenfalls adstringierend. Amla-Rinde wird in der Ayurveda bei Gonorrhö (Tripper), Gelbsucht, Diarrhö (Durchfall) und Myalgie (Muskelschmerzen) verwendet.

Blüten

Amalakiblüten (Amla-Blüten) wirken kühlend und abführend.

Blätter

Amalakiblätter (Amla-Blätter) sind nützlich bei Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Entzündung, Dyspepsie (Verdauungsstörung) Diarrhö (Durchfall) und Dysenterie.

Früchte

Amalakifrüchte (Amla-Früchte) sind adstringierend, kühlend, schmerzlindernd, windtreibend, verdauungsfördernd, magenstärkend, abführend, alexeterisch (vorbeugend gegen infektiöse Krankheiten und entgiftend), aphrodisierend, entwässernd, antipyretisch (fiebersenkend), tonisierend, verjüngend und haarwachstumsfördernd.

In der Ayurveda werden Amalakifrüchte bei Diabetes (Zuckerkrankheit), Husten, Asthma, Bronchitis, Kopfschmerzen, Augenbeschwerden, Verdauungsstörung, Kolik, Blähungen, Übersäuerung, Zwölffingerdarmgeschwür, Erysipel (Wundrose), Hauterkrankung, Aussatz, blutigen Erbrechen, Entzündung, Anämie (Blutarmut), Abmagerung, Leberleiden, Gelbsucht, Harndrang, innere Blutungen, Leukorrhö (Weißfluss), starke Regelblutung, Herzbeschwerden, Fieber und grauem Haar eingesetzt.

Ein Dekokt aus Amalakifrüchten ist hilfreich bei Magenbeschwerden und Durchfall. Eine aus Amalakifrüchten und Zitronensaft erstellte Limonade wird bei Hämorrhoiden, Bauchwassersucht und vergrößerter Leber als hilfreich beschrieben.

Ein Teelöffel Amalakisaft mit einer Tasse Bittergurke (Balsambirne – momordica charantia) oder Ersatzweise einer Tasse Jambulbaum-Samen (Syzygium cumini) täglich eingenommenhilft, stimuliert die Bauchspeicheldrüse und fördert die Produktion von Insulin.

Bei Augenleiden empfiehlt die Ayurveda die Augen mit einer Lösung aus Amalaki-Saft zu waschen und den Saft zusammen mit Honig einzunehmen (nicht erhitzen!). Im Ergebnis wird eine Verringerung des Augeninnendrucks beschrieben.

Für Haarwachstum und Pigmentierung der Haare wird in der Ayurveda ein Haartonikum oder ein Haaröl auf der Basis von Amalaki empfohlen. Für das Haaröl (Medizinalöl), kocht man einen Dekokt von Amalaki zusammen mit Centella asiatica, Eclipta alba und Sesamöl, bis alles Wasser verdampft ist. Zur Erstellung eines Haartonikums legt man Amalakifrüchte über nacht in Wasser ein. Für eine zusätzliche Reinigungskraft kann man die Schoten von Acacia concinna und die Nüsse von Sapindus mukorossi Nacht hinzufügen.

Amalaki – Phyllanthus emblica – ist Bestandteil verschiedener Rasayanas. Die Amalakifrucht enthält fünf Geschmacksrichtungen, sauer, süß, bitter, adstringierend, scharf, ist extrem reich an hitzebständigen Vitamin C und wirt starkt antioxidativ.

Amalakifrüchte werden oft mit anderen Zutaten zu Rasayanas vermischt. Beispielmischungen sind:

Amalaki, Tribulus Terrestris, Tinospora cordifolia, Ghee und Honig(Allgemein stärkend)

Amalaki, Withania somnifera, Ghee und Honig (Verjüngend).

Amalaki Samen

Amalakisamen (Amla-Samen) finden in der Ayurveda bei Asthma, Bronchitis und Gallenleiden Verwendung.

Dosierung in der Ayurveda

Fruchtpulver: 3 – 6 g

Frischer Saft: 10 – 20 ml

Doshas

Amalaki gleicht alle drei Doshas aus, Vata, Pitta und Kapha, insbesondere jedoch Pitta.

Chemische Bestandteile

Amalaki – Phyllanthus emblica – ist eine ausgezeichnete Quelle für Vitamin C. Darüber hinaus enthält Amalaki Carotin, Nikotinsäure, Riboflavin, D-Glukose, D-Fruktose, Myo Inositol (Aus der Gruppe der B-Vitamine, ein Mangel kann Haarausfall, Hautentzündungen, Nervenfunktionsstörungen und Wachstumsstillstand auslösen.), Pectin, D-Galakturonsäure, D-Arabinosyl, D-Xylosyl, L-Rhamnosyl, D-Glukosyl, D-Mannosyl, D-Galaktosyl Spuren, Schleim, Indolessigsäure, Phyllembin, Fettsäuren, Ellagsäure, Procyanidin, Lupeol, Oleanolsäure, Leuco-Delphinidin, Tannin, Polyphenole, Terchebin, Corialgin,Alkaloide, Emblicanin, Phyllantidin und Phyllantin.

Pharmakologische Eigenschaften

Für Amalaki wurde eine spasmolytische (entkrampfende), leicht ZNS-beruhigende (ZNS – Zentrales Nervensystem), hypolipidämische (Absenkung der Blutfettwerte), antiarteriosklerotische (Auflösung von Verengungen und Verhärtungen der Arterien durch Ablagerungen), antimutagene (Verhinderung von Erbgutschäden), antimikrobielle, antioxidative (Alterungsschutz), immunsystemmodulierende, antimykotische (pilzhemmende), tumorhemmende, Adrenalin potenzierende, entzündungshemmende, hypoglykämische (blutzuckersenkend), antibakterielle Wirkung nachgewiesen. Darüber hinaus konnte man die Wirksamkeit von Amalaki bei Geschwüren und eine Hemmung der HIV-1 Reverse Transkriptase nachweisen.

Studien

Zwölffingerdarmgeschwür

In einer Studie wurde Amalaki Rasayana an 39 Patienten mit Zwölffingerdarmgeschwür und 21 Patienten mit Verdauungsstörung ohne Geschwür verabreicht. Bei 43 Patienten konnten die Beschwerden durch Gabe von Amalaki Rasayana komplett beseitigt werden. Auch bei einer Kontrolle nach 6 Monaten und einer Kontrolle nach 3 Jahren konnte keine Wiederkehr der Beschwerden verzeichnet werden.

Amalaki Magenschleimhautentzündung (Amlapitta)

20 Patienten mit Magenschleimhautentzündung wurde in einer Studie mit Amalaki behandelt. Nach einer Gabe von 3 g, dreimal täglich, über einen Zeitraum von 7 Tagen, zeigten 17 Patienten keine Symptome mehr. Amalaki zeigte keine Verbesserung bei bestehender Hypochlorhydrie (Fehlen von Magensäure).

Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)

In einer Studie wurde eine Wirksamkeit von Amalaki bei Weißfleckenkrankheit nachgewiesen. In der Studie wurde eine Kräuterpaste (S.G.1. Switradilepa) auf die Haut aufgebrach. Hauptbestandteil von S.G.1. Switradilepa ist Amalaki – Phyllanthus emblica. Daneben weitere ayurvedische Pflanzen, wie beispielsweise Kalmegh – Andrographis paniculata.

Hämorrhoiden

In einer klinischen Studie wurde Patienten mit blutenden Hämorrhoiden eine Mischung aus mehreren ayurvedischen Kräutern verabreicht. Die Mischung enthielt Berberis aristata, Holarrhena antidysenterica, Picrorrhiza kurroa, Mesua ferrea, Terminalia chebula, Terminalia belerica und Phyllantus emblica. Nach vier Wochen stellten sich signifikante Verbesserungen ein.

Anabolikum

Klinische Studien zeigten eine bessere Zellregeneration, Gewichtszunahme (insbesondere Muskelzunahme durch Stimulierung der Proteinsynthese), eine erhöhte Produktion von Interferon und Kortikosteroid sowie einen anabolischen Effekt nach der Gabe von Amalaki (Frucht).

Diabetes Typ II

Verschiedene Studien belegen eine Blutzuckerspiegel senkende Wirkung von Amalaki – Phyllanthus emblica. So zeigte eine Studie an 25 Patienten mit Diabetes Typ II bereits nach 6 Wochen eine signifikante Verbesserung der Blutzuckerwerte. Allerdings war Amalaki nur ein Bestandteil der in der Studie verabreichten Mischung. Die Mischung bestand insgesamt aus 12 Mineralien und 6 Heilpflanzen.

Rezepturen

  • Triphala churna (Amalaki, Terminalia bellerica, Terminalia chebula)
  • Brahmarasayana
  • Chyavanaprasha
  • Dhatrilauha
  • Amalakyavaleha
  • Amalakyadi kvatha
  • Brihachchhagaladya ghrita
  • Phalarishta
  • Dhatryarishta

Vermehrung und Kultivierung

Amalaki bevorzugtnährstoffreich, lehmige Erde mit einer guten Drainage. Die Pflanze bevorzugt ein moderat warmes Klima. Die Vermehrung kann über Samen oder Stecklinge erfolgen.

Bezugsquellen

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