Safran – Crocus sativus

Safran, Crocus sativus, viel mehr als nur ein teures Gewürz.

Safran Synonyme

Crocus autummalis, Crocus hispanicus, Crocus luteus, Crocus orientalis.

Familie

Iridaceae (Schwertliliengewächse)

Landestypische Bezeichnungen

  • Eng. – Saffron, Spanish saffron, Saffron crocus
  • Deu. – Safran, Safrankrkcus, Gewürzsafran
  • Hindi – Kesar, Zafran
  • Malayalam – Kunkumam, Kunkumappuvu, Kesaram
  • Marathi – Keshar
  • Tamil – Kungumapu, Kunkumappu
  • Urdu – Jafranekar
  • Arabisch – Jafrana, Zahafaran

Botanische Beschreibung

Safran ist ein mehrjähriges, 15 – 30 cm hohes, Kraut mit 3 – 5 cm dicker Knolle. Die Blätter entspringen der Knolle. Sie sind schmal, lang und umhüllt. Violette Blüte mit drei gelben Staubblättern, gelben Griffel und drei langen roten Narbenschenkeln.

Verbreitung

Der Safrankrokus ist eine Kulturpflanze. Safran wird in Indien in der Kashmir-Region, Himachal Pradesh und Uttar Pradesh angebaut. Weitere Anbaugebiete für Safran sind Deutschland, Österreich, Frankreich, Griechenland, Spanien, Italien, Türkei, Persien, Russland, Pakistan, China.

Verwendete Teile

Verwendet wird das Stigma.

Safran Indikationen und Wirkungen

Das getrocknete Stigma des Safran ist duftend, bitter, stimulierend (geringe Dosierung), sedativ (hohe Dosierung), allgemein stärkend, aphrodisierend, schmerzstillend, geschmacksverbessernd, etwässernd, abführend, magenstärkend, entgiftend, menstruationsbeschleunigend, abtreibend und milchtreibend.

Safran ist äußerlich aufgetragen hilfreich bei Hauterkrankungen, Prellungen und oberflächlichen Wunden. Als Gesichtscreme verbessert Safran Aussehen und Hautfarbe.

Innerlich wird Safran zur Behandlung von Leukorrhö, Dysmenorrhö, Amenorrhö, Infektion der Gebärmutter, allgemeiner Schwäche, Blähungen, Kolik, Bleichsucht, Anämie, Entzündung, Epilepsie, Erkrankung der Milz oder Nieren, Hämorrhoiden, Bronchitis, Kopfschmerzen, Rheuma, Neuralgie, Erbrechen, Melancholie, Rachenschmerzen, Gallenleiden und Lebervergrößerung (bei Kindern) angewendet.

Dosierung: Je nach Indikation 60 mg bis 1,5 g

Chemische Bestandteile

Safran enthält Crocin, Colchicine, Crocetin, Picrocrocin, Lycopen, Riboflavin, Thiamin, Safranal, Naphthalen.

Pharmakologische Eigenschaften

Pharmakologisch konnte für Safran eine entzündungshemmend, stressmindernd, neoplasmenhemmend, antimykotisch, tumorhemmend, zytotoxisch, antioxidativ, Blutplättchen aggregierend, Naloxon eliminierende Wirkung nachgewiesen werden.

Toxikologie

In hoher Dosierung wirkt Safran opiumähnlich narkotisch. 20 g werden als letale Dosis beschrieben. Mehrere tödliche Fälle sind dokumentiert. Einige bereits bei Dosen ab 5 g. Meist verursacht durch eine gezielte Abtreibung. Dosen bis 1,5 g gelten als unbedenklich. Bei Langzeiteinnahme von täglich 1 g Safran tritt eine Hautverfärbung ein. Wie bei allen beschriebenen Pflanzen sollte die Einnahme von Safran nur unter fachlicher Anleitung erfolgen. Schwangere sollten aufgrund des abtreibenden Effekts von der Einnahme von Safran absehen.

Studien

Safran zeigte als einer der Hauptbestandteile einer ayurvedischen Mischung vielversprechende Resultate bei unfruchtbaren Männern. Die Mischung wurde über einen Zeitraum von 3 Monaten verabreicht. Die Anzahl der Spermien erhöhte sich signifikant. 13 von insgesamt 16 Männern der Studie berichteten über eine erfolgreiche Schwangerschaft ihrer Frau.

Rezepturen

  • Kumkumadi ghrita
  • Kumkumadya taila
  • Amritadya taila
  • Bala taila
  • Kumkuma varti
  • Kukumadi agada
  • Khadiradi taila
  • Brahmi vati
  • Balarka rasa
  • Dwiharidradi taila

Ersatzstoff und Fälschungsmittel

Safran ist das teuerste Gewürz der Welt. Ein Grund, weshalb für Safran eine Vielzahl von Fälschungen im Umlauf gebracht wird. Beispielsweise eingefärbte Korollas von Calendula officinalis, röhrenförmige Blüten von Carthamus tinctorius oder Onopordron acanthium, Blütenblätter des Schlafmons, gemahlene Haut roter Zwiebeln und vieles mehr. Aufgrund der Fälschungen sollte kein Safran-Pulver gekauft werden sondern ausschließlich die feinen roten Safranfäden (Narbenschenkel).

Safran Vermehrung und Kultivierung

Die Vermehrung von Safran erfolgt Vegetativ durch Teilung der Knolle.

Der Safrankrokus bevorzugt eine locker Erde mit Drainage (Unterste Schicht aus Tonkugeln oder Kies), einen sonnigen Stellplatz und ausreichend Wasser. Die Safranblüte erscheint im Spätherbst September/Oktober. In der Regel nur für 2 bis 3 Tage. In dieser kurzen Zeit müssen die Narbenschenkel geerntet werden, die anschließend getrocknet werden. Bei der Trocknung und anschließender Lagerung des Safran nimmt der Gehalt an Picrocrocin stetig ab. Der Gehalt des für das Safranaroma verantwortlichen Safranal nimmt im Gegenzug zu. Picrocrocin ist wichtig, wenn Safran medizinisch eingesetzt wird. Eine trockene und kühle Lagerung verzögert den Abbau des Picrocrocins.

Bezugsquellen

Safran kann man in jedem besseren Geschäft, das Gewürze führt, erwerben.

Die Pflanze, den Safrankrokus, kann man in ausgewählten Gärtnereien kaufen. Preise liegen bei 4 Euro je Pflanze.

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