Meerrettichbaum - Moringa Oleifera - Shigru
- Details
- Created on Tuesday, 10 March 2009 10:32
Meerrettichbaum - Moringa Oleifera - Shigru
Synonyme
Moringa pterygosperma, Moringa moringa, Guilandina moringa
Familie
Moringaceae (Bennussgewächse)
Klassische Bezeichnungen
Shigru, Shobhanjana, Aksheeva, Mochaka, Tikshnagandha.
Landestypische Bezeichnungen
- Eng. - Horse radish tree, Drumstick tree, Ben tree
- Deu. - Meerrettichbaum, Behenbaum, Behennussbaum, Klärmittelbaum, Trommelstockbaum, Wunderbaum
- Hindi - Sahijan, Munga
- Malayalam - Murinna
- Marathi - Shevaga, Shevgi, Achajhada
- Tamil - Murunkai
Botanische Beschreibung
Der Meerrettichbaum ist ein kleiner, 9 bis 12 Meter hoher Baum mit korkartiger Rinde. Die Blätter sind 3-gefiedert. Die in großen Rispen sitzenden Meerrettichbaumblüten sind weiß und duften intensiv nach Honig. Die Schoten sind bis zu 50 cm lang und grünlich.

Verbreitung
Moringa Oleifera ist im unteren Himalaya-Gebiet heimisch. Von Chenab ostwärts bis Sarda. Kultiviert findet man ihn in ganz Indien.
Verwendete Teile
Wurzel, Rinde, Blätter und Samen.
Indikationen und Wirkungen
Wurzel
Die Bezeichnung Meerrettichbaum beruht auf dem Duft der Wurzel des Behennussbaums. Die Wurzel enthält unter anderem Benzylsenföl, das stark nach Meerrettich riecht. Vor der Verwendung als Heilmittel, wird die Wurzel von der leicht giftigen Rinde befreit.
In der Ayurveda wird die Wurzel des Wunderbaums als bitter, scharf, wärmend, verdauungsfördernd, windtreibend, wurmtreibend, entzündungshemmend, beruhigend, verstopfend, schweißtreibend, entwässernd, ophthalmisch, hautreizend, schleimlösend, steinlösend, stimulierend, menstruationsbeschleunigend und entgiftend beschrieben. Sie wird bei Anorexia, Verdauungsstörung, Wurmkrankheit, Diarrhö, Kolik, Blähung, Otalgie, Paralyse, Entzündung, Amenorrhö, Dysmenorrhö, Fierber, Harnzwang, Blasen- und Nierensteinen, Bauchwassersucht, Husten, Asthma, Bronchitis, Banti-Syndrom, Epilepsie, Hysterie, Herzbeschwerden und Abszessen eingesetzt.
Rinde
Die Rinde ist bitter, scharf, wärmend, abtreibend, antimykotisch und herz- und kreislaufstimulierend. Sie ist hilfreich bei Bauchwassersucht und Ringelflechte.
Blätter
Die Blätter des Shigru sind entzündungshemmend, wurmtreibend, beruhigend, ophthalmisch und reich an Vitamin A und C.Sie sind hilfreich bei Skorbut, Wunden, Tumoren, Entzündungen und Wurmbefall.
Neben der Verwendung als Heilmittel, werden die Blätter des Wunderbaums als Gemüse genutzt. Sie besitzen einen extrem hohen Nährwert. In den Blättern sind alle essentiellen Aminosäuren enthalten. Die Eiweiß-Wertigkeit der Blätter wird der von Eiern gleichgestellt. Der Gehalt an Vitamin A und C übersteigt den von Möhren und Orangen um ein vielfaches. Hinzu kommt ein hoher Gehalt an Mineralien wie Magnesium, Kalzium, Natrium, Phosphor und Eisen.
Samen
Die Samen werden in der Ayurveda als scharf, bitter, beruhigend, entzündungshemmend, abführend, fiebersenkend, und ophthalmisch beschrieben. Sie werden bei Neuralgie, Entzündung, Fieber und Augenerkrankungen eingesetzt. Ein Öl aus den Samen ist äußerlich aufgetragen, hilfreich bei Gicht und rheumatischen Beschwerden.
Dosierung in der Ayurveda
Rindensaft: 10 - 20 ml
Blattsaft: 10 - 20 ml
Samenpulver: 1 - 3 g
Doshas
Shigru reduziert Kapha und Vata (Kaphavatashamaka).
Chemische Bestandteile
4-Hydroxymellein, Vanillin, Moringin, Moringinin, Bayrenol, Indol Essigsäure, Indol Methylcyanid, Benzyl Isothiocyanat, Pterygospermin, Cartoten, essentielle Aminosäuren, Mineralien, Vitamine, Fettsäuren und Spirochin.
Pharmakologische Eigenschaften
Hypotonisch, antibakteriell, antimykotisch, antiviral, sedativ, leberschützend, entzündungshemmend, antibiotisch (Pterygospermin), stimulierend, warzenhemmend, fruchtbarkeitshemmend.
Toxikologie
Die mittlere letale Dosis eines Alkoholauszuges der ganzen Pflanze, ohne Wurzel, lag bei Mäusen bei 8 mg/kg intraperitoneal verabreicht (Einspritzung in den Bauchraum).
Rezepturen
- Shyamadi churna
- Kalkuta rasa
- Manikya rasa
- Shobhanjanadi lepa
Vermehrung und Kultivierung
Moringa Oleifera ist vergleichsweise anspruchslos. Insbesondere im tropischen Klima Südindiens. Harte Lehmerde sollte jedoch vermieden werden. Die Vermehrung erfolgt über Samen und Stecklinge. Mit Samen vermehrte Pflanzen bilden Früchte von schlechter Qualität. In feuchte Erde eingebrachte Stecklinge können in wenigen Monaten zu ansehnlichen Bäumen wachsen.
Bezugsquellen
Samen und Pflanzen sind über ausgesuchte Gärtnereien zu beziehen.